Argumente
was spricht für die Ausweisung einer Ruhezone und
gegen eine Erschließung der Landschaft am
Piz Val Gronda?
Das Gebiet um die Heidelberger Hütte gehört geologisch
zu einem der interessantesten Gebiete in den Alpen. Bestimmt durch die
Lage des "Unterengadiner- oder Räthischen- Fensters", sind die Bergumrahmungen
im Fimbertal geprägt. Im Westen schieben sich die aus Urgestein (Graniten,
Gneisen und Glimmerschiefern) aufgebauten Berge der Silvretta heran.
Schroffe, abweisende Berggestalten mit mächtigen, steilen Wänden, scharfe
mit Türmchen besetzte Grate kennzeichnen den Gebirgskamm. Mächtig erhebt
sich dazwischen das dreigipflige Fluchthorn-Massiv. Ganz anders ist
der Gebirgskamm östlich des Fimbertales beschaffen. Er zählt zu dem
überwiegend aus dunkelgrauen, weichen Schiefern und bräunlichen Kalksteinen
aufgebauten Berggebiet des Samnaun, das sich zwischen Silvretta und
Ötztaler Alpen einschiebt.
Der Piz Val Gronda und seine Umgebung liegt am Rande der"Penninischen
zur Unterostalpinen Decke", dieses o.g. "Unterengadiner Fensters". Die
Schiefer des Samnaun tauchen nach Westen unter das Urgestein der Silvretta
hinab, - dieser Umstand bietet somit einen unmittelbaren Blick in die
Deckenstruktur der Alpen und damit in ihre Entstehungsgeschichte vor
ca. 60 Millionen Jahren.
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mesozoische
u. kaenozoische Gesteine des Fensters |
mesozoische
Gesteine d. das Fenster überlagernden Decken |
kristaline
Gesteine, Gneise d. das Fenster überlagernden Decken |
Geologisches Gebiet im Bereich des Piz Val Gronda
Wie bekannt, wurde das Fimbertal seit langem von Geologen wegen Eigenart
und Besonderheit als bevor-zugtes Arbeitsgebiet für Forschungs- und
wissenschaftliche Arbeiten genutzt. Einer der bekanntesten Geologen
dürfte wohl der Berg- und Skipionier Prof. Dr. W.Paulcke gewesen sein
( er gibt dem namenlosen Gipfel, der heutigen Heidelberger Spitze ihren
Namen).
Herr Holger Dietrich, der 1983 im Rahmen einer Diplomarbeit ( die im
geologischen Bundesamt Wien bekannt und seinerzeit mit "sehr gut" bewertet
wurde) mehrwöchige Geländeuntersuchungen im Fimbertal durchgefürt hat,
weist insbesondere auf die ökologische Sensiblität diese Gebietes, vor
allem auch im Bereich des Piz Val Gronda hin.Wie von ihm festgestellt,
gibt es aber vor allem am Piz Val Gronda eine geologisch-geomorphologische
Besonderheit, die im allgemeinen wenig Beachtung findet, aber von großem
Interesse ist. Es handelt sich um im Gipfelbereich vorkommende sogenannte
Ringböden, Steinkreise, Steinnetze bzw. Steinpolygone; in der Geomorphologie
spricht man von "periglazialen Strukturböden" (die durch den ständigen
Wechsel von Auftauen und Wiedergefrieren entstehen). Sie erreichen am
Piz Val Gronda von bis zu zwei Metern Durchmesser,eine Seltenheit und
Rarität, die in diesen Größen nur in der Arktis vorkommen.
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SO-Hänge Piz Val Gronda
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Steinkreis mit etwa 80cm Durchmesser
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Ovale Makro Strudkturformen unterhalb d. P.
V. Gronda
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Eingriffe in die Landschaft am Piz Val Gronda würden
diese erdgeschichtlichen Zeugen bzw. die geschilderten geologischen
Vorgänge und Sonderheiten am Piz Val Gronda schwer beeinträchtigen,
wenn nicht sogar zerstören.

Grenzsituation Fimbertal
O = Fimberalpe, X = Zollhütte, -- = Staatsgrenze
Österreich - Schweiz (idealisiert eingetragen)
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| Der zerschundene Gipfel des Paulaner Kopfes mit geschobenen
Pistentrassen, die im Sommer als Übungsfeld für Geländefahrzeuge
herhalten müssen, soll das so weiter gehen? |
Alpenlandschaft und Biotop
Der Bereich um den Piz Val Gronda ist aber auch ein Biotop, innerhalb
einer Alpenlandschaft, voll Vielfalt. Das Vesiltal, von der Fcl.Val
Gronda bzw. von den NW-Hängen des Piz Roz nach N-NO verlaufend und ins
Fimbertal mündend, war bis zur Erstellung der Gampenbahn praktisch unberührt.
Im Spätfrühjahr donnern gewaltige Lawinen von den Flanken des Piz Roz
ins obere Vesil.
Im unteren Teil hat der Bach eine tiefe Furche in das Gestein gegraben,
bevor er ins Fimbertal gelangt und in den Fimberbach einmündet. Die
Hänge vom Piz Val Gronda sind im Gipfelbereich schrofig, weiter unten
zum Fimbertal hin mit Kniegehölz und einigen schütteren "Kampfbäumen",
Fichten und Lärchen, sie gehören gleichzeitig zu den höchsten Standorten
im Fimbertal und sollten unbehelligt bleiben, bewachsen. Aber auch auf
eine Vielzahl seltener Gräser treffen wir und auf Steinen finden wir
Algen und Moose. Vor allem an den N- und NW-Hängen haben sich im unteren
Bereich üppig Alpenrosen, Wacholder, Erlenbüsche, Latschen und anderes
Knieholz angesiedelt. Niemand kann bestreiten, daß es sich im Fimbertal
schlechthin, ebenso wie am Piz Val Gronda um ein Eldorado für Botaniker
handelt.
Eine Landschaft, die einer Vielzahl von Tieren Asyl ist und Unterschlupf
bietet. Auf schweizer Seite sind Schutzzonen für "Wald und Wild" eingerichtet,
wir treffen dort u.a. auf Steinbock, Hirsch und Gemse. Mit der Registrier-Nr.
ML 226 Val Fenga gehört das Fimbertal zu den schönsten und zugleich
höchstgelegenen geschützten Moorlandschaften der Schweiz.
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Winterlandschaft im Bereich unterhalb des Gipfels
des Piz Val Gronda
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Pufferzone und Ruhegebiet für den "Sanften-, den Erhohl-
und Erlebnistourismus"
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Erste Heidelberger Hütte, erbaut 1889
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Am Eingang der Heidelberger Hütte, 1997
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Das Val Fenga (räteromanischer Ausdruck für das Fimbertal)
liegt etwa zur Hälfte auf schweizer Staatsgebiet und der Piz Val Gronda
ist ein Grenzgipfel zwischen Österreich und der Schweiz.
Die Heidelberger Hütte liegt etwa 2,5 km von der österreichischen
Grenze entfernt auf schweizer Gebiet, wird allerdings wegen seiner
Lage günstiger von österreicher Seite bewirtschaftet. Das Unterkunftshaus
gehört dem Deutschen Alpenverein Sektion Heidelberg, die Zuwege führen
über Sent'er Gemarkung, die Hütte selbst steht auf Gemarkung der Gemeinde
Ramosch (Engadin).
Die Landschaft des Fimbertales mit der Heidelberger Hütte
auf 2265 m gelegen, bietet sich für Sommer und Winter als idealer Stützpunkt
für touristische Unternehungen an. Sie gilt als Kinderfreundliche Hütte
und wird umweltgerecht und freundlich, hervorragend, bewirtschaftet.
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Das Lareintal, ein Nebental z.Fimbertal
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Kinderfreundliche Hütte
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Hochalpines wandern am Piz Davo Lais
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Klettern am SO-Grat des Fluchthorns
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Auf Tour zum Piz Montana
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